Der Mann, der die Verbrechen von Auschwitz anklagte
Veröffentlicht am 11.04.2025 in Veranstaltungen
Bildquelle: Stadtpalais Stuttgart
Eine besondere Ausstellung in Suttgart
Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz besuchten Mitglieder der Singener Inititiative Stolpersteine die Ausstellung „Fritz Bauer: Die Prozesse“ im Stadtpalais Stuttgart. Der in Ludwigsburg geborene Jurist hatte maßgeblich die strafrechtliche Aufarbeitung und Verfolgung der Verbrechen in den Konzentrations- und Vernichtslagern vorangetrieben.
Wer war Fritz Bauer? Neben seinem strafrechtlichen Wirken beleuchtet die Ausstellung auch die Persönlichkeit des Juristen. Als bundesweit jüngster Amtsrichter, Mitglied der SPD und des Reichsbannerverbands Schwarz-Rot-Gold bekämpfte er schon früh antidemokratische Kräfte innerhalb der Weimarer Republik. Nach ihrer Machtergreifung hatten ihn die Nationalsozialisten zunächst wegen seines parteilichen Engagements, später dann wegen seiner jüdischen Abstammung im Visier.
Nichtsdestotrotz gelang ihm gemeinsam mit seiner Familie die Flucht ins Exil nach Dänemark und später Schweden. 4 Jahre nach Ende des Krieges kehrte er nach Deutschland zurück und wurde 1956 zum hessischen Generalstaatsanwalt ernannt. In dieser Funktion ermittelte er gegen jene Justiz- und Verwaltungsbeamten, die die Gräueltaten des NS-Regimes erst ermöglicht hatten und größtenteils ungestört weiterhin im Staatsapparat der neuen Bundesrepublik arbeiteten.
Von besonderer Bedeutung waren die Eröffnung der Frankfurter Auschwitz Prozesse sowie die Ergreifung des in Argentinien untergetauchten Hauptorganisators des Holocausts, Adolf Eichmann, durch den israelischen Geheimdienst. Beide Vorhaben wären aufgrund der großen Widerstände innerhalb der deutschen Justiz ohne den unermüdlichen Einsatz Fritz Bauers gescheitert.
Hans-Peter Storz hielt am Ende des Ausstellungsbesuchs fest: „In Zeiten des erneut wachsenden Antisemitismus und Rechtsextremismus erinnert die Ausstellung daran, sich der Nachwirkungen des NS-Regimes in der früheren Bundesrepublik bewusst zu sein und gleichzeitig Gefahren für unsere heute gefestigte Demokratie wachsam gegenüberzustehen.“
Die Ausstellung kann noch bis zum 27.04.2025 im Stadtpalais Stuttgart besichtigt werden.
Mit meinem Terminüberblick möchte ich Ihnen einen Einblick in meinen Terminkalender geben. Nicht alle Termine, die ich wahrnehme, sind öffentlich zugänglich. Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich daher bitte an die jeweiligen Veranstaltenden.