Einstimmig für Giuliana Ioannidis

Veröffentlicht am 07.04.2025 in Wahlen
Bild: Winfried Kropp (Büro MdL Storz)
v.l.n.r.: Hans-Peter Storz, SPD-Landesgeneralsekretär Sascha Binder, Landtagskandidatin Giuliana Ioannidis, Ersatzbewerber Tim Unger, MdB Lina Seitzl (Bild: Winfried Kropp)

SPD wählte Landtagskandidatin für den Wahlkreis Singen

Die SPD will mit Giuliana Ioannidis das Landtagsmandat im Wahlkreis Singen – Stockach verteidigen. Auf einer Versammlung der wahlberechtigten SPD Mitglieder im Wahlkreis wurde die 26jährige Doktorandin mit einem einstimmigen Vertrauensvorschuss ausgestattet. Sie folgt auf den Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz, der nach zwei Wahlperioden im Landtag 2026 aus Altersgründen ausscheiden wird, nachdem er insgesamt drei Landtagswahlkämpfe bestritten hat. In einer kämpferischen und teilweise sehr persönlichen Bewerbungsrede forderte Ioannidis eine Bildungspolitik, die allen Kindern gleiche Chancen eröffne. Zum Ersatzbewerber wurde der Neu-Stadtrat Tim Unger aus Tengen gewählt, der kurz vor dem Abschluss seines Studiums steht.

Sascha Binder, Generalsekretär der Landes-SPD benennt mit Wirtschaft, Bildung und Wohnen die drei Kernherausforderungen, vor denen Baden-Württemberg stehe. Aufgrund seiner zahlreichen exportorientierten Unternehmen sei Baden-Württemberg besonders durch die neue Handelspolitik Amerikas betroffen und gefährdet. Gerade aus der Automobilindustrie, von der zahlreiche Arbeitsplätze im Land – auch in der Umgebung von Singen – abhängen, komme eine Hiobsbotschaft nach der anderen. In der Krise dürfe die Politik die Unternehmen nicht alleine lassen, so Binder.  Mit einer „Transformationsmilliarde“ wolle die SPD der Industrie im Land bei ihrer Umstrukturierung helfen und so die Basis für neue Arbeitsplätze legen.

SPD-Landesgeneralsekretär Sascha Binder


„Der beste Unterricht ist der, der stattfindet“, fordert Binder eine bessere Personalausstattung für die Schulen. Er wirft der amtierenden grün-schwarzen Landesregierung eine jahrelange Untätigkeit vor. Für die Herausforderung der Ganztagsbetreuung an den Grundschulen treffe sie keine Vorsorge. Eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft soll die Städte und Gemeinden bei Bau von Wohnungen für breite Schichten der Bevölkerung unterstützen.


„Alles, was ich erreicht habe, musste ich mir hart erkämpfen“, schilderte Ioannidis ihren Werdegang. Nach zügig und sehr gut abgeschlossenem Bachelor- und Masterstudium soll im nächsten Jahr die Promotion folgen. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen: Ihr aus Griechenland stammender Vater arbeitet als Hausmeister und ihre Mutter, vor dem jugoslawischen Bürgerkrieg aus Kroatien geflohen, ist als Reinigungkraft tätig. „Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, nicht mit offenen Türen empfangen zu werden, will ich Türen für andere öffnen,“ sagt Ioannidis und betont den sozialdemokratischen Grundwert der Solidarität als Grundlage des sozialen Zusammenhalts.


Ein besonderes Augenmerk richtet sie auf gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Soziale Dienste und Gesundheitsversorgung, öffentlicher Nahverkehr und schnelles Internet müssen sowohl in Stadt und Land für alle Menschen verfügbar sein. Eine Politik nur für Menschen in den schönen Wohnlagen lehnt sie ab. „Unser Wahlkreis verdient eine Politik, die sich um alle kümmert“, fordert sie.


Besondere politische Aufmerksamkeit erfordere der Wunsch der Menschen nach Sicherheit. Niemand wolle Angst um den Arbeitsplatz vor sozialem Abstieg oder einfach nur vor dem abendlichen Heimweg haben. Doch nur ein starker Staat könne diese Sicherheit gewährleisten, indem er in Prävention und nicht in Panik investiere. Lebenswerte Stadt- und Ortsteile schaffen stabile Nachbarschaften, eine bürgernahe und gut ausgestatte Polizei sorge für Vertrauen. Ihr Fazit: „Nur eine Gesellschaft, in die sich alle Menschen sicher fühlen, ist eine wirklich gerechte Gesellschaft.“


Selbstkritisch sprach Ioannidis aktuelle Defizite demokratischer Parteien, also auch der SPD, an: Während Rechtsextreme Ängste schüren, setzten Demokraten nur Fakten und Vernunft dagegen. „Wir verlieren uns in Statistiken und erreichen die Menschen nicht,“ lautet ihr Befund. Dagegen will Ioannidis angehen und fordert auch von Ihrer Partei „Mehr Haltung, mehr Nähe, mehr Mut, Dinge zu verändern und zwar jetzt!“


Damit traf sie die Stimmung der Teilnehmer der Wahlkreismitgliederversammlung, die der Kandidatin einstimmig ein großes Vertrauen für den kommenden Landtagswahlkampf aussprach.  Zusammen mit dem Ersatzbewerber Tim Unger prägen jetzt junge Kandidierende das Gesicht der SPD in Singen und im Hegau, wie die Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Lina Seitzl betonte. Seitzl stellte die die umfangreichen politischen Erfahrungen der Kandidatin heraus: Als ehemalige Landesvorsitzende der Jusos in der SPD verfüge Ioannidis über ein breites Netzwerk, das ihr im Wahlkampf sehr nützen könne. Als Generalsekretär kommt Sascha Binder viel im Land herum. Als er sagt, die SPD im Hegau habe mit Giuliana Ioannidis ein „großes politisches Talent“ in ihren Reihen, trifft er die Stimmung am Ende der Mitgliederversammlung.

 

 
 

Mit meinem Terminüberblick möchte ich Ihnen einen Einblick in meinen Terminkalender geben. Nicht alle Termine, die ich wahrnehme, sind öffentlich zugänglich. Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich daher bitte an die jeweiligen Veranstaltenden.