Bahn musste eine halbe Million Strafe zahlen

Veröffentlicht am 19.01.2022 in Landespolitik

Hochrheinbahn: andere Züge sind störungsanfälliger.


Regionalverkehr auf der Hochrheinbahn ist unpünktlich

Fahrgäste auf der Hochrheinbahn sind seit einiger Zeit Kummer gewöhnt. Verspätungen, überfüllte oder gar ausgefallene Züge machen Bahnfahren mitunter zum Abenteuer, klagen Fahrgäste. Die SPD-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz (Singen) und Jonas Hoffmann (Lörrach) griffen den Unmut auf und haben die Landesregierung gefragt, wo die Ursachen liegen und was sie ändern will.


Fast eine halbe Million Euro Strafe musste die Bahn-Tochter DB Regio im Jahr 2020 an das Land bezahlen, geht aus der Antwort der Landesregierung auf die Anfrage der beiden SPD-Abgeordneten hervor. Grund seien unzureichende Verkehrsleistungen des Unternehmens, dadurch seien die vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt worden. So hatten die Züge im abgelaufenen Jahr nur eine Pünktlichkeit von knapp über 90 Prozent. Die Bahnen müssen jedoch eine Zuverlässigkeit von 93 Prozent erreichen. Weil die Zugausfälle aufgrund Personalmangels zugenommen hätten, musste zum Ende 2021 bis Anfang 2022 sogar der Fahrplan ausgedünnt werden.

Einer der Gründe für die beklagte Unzuverlässigkeit liegt wohl im verwendeten Wagenmaterial. So hätten die dieselelektrischen Triebwagen der Baureihe 644, die vorrangig eingesetzt werden, bei warmen Außentemperaturen Probleme. Fallen diese aus, fahren die deutlich kleineren Triebwagen der Reihe 641, berichtet das zuständige Verkehrsministerium.

Ende November 2021 sind die Verkehrsleistungen der Regionalbahnen auf der Hochrheinbahn für eine Übergangszeit bis zur Elektrifizierung der Bahnlinie neu ausgeschrieben worden. Im 3. Quartal 2022 soll die Vergabe erfolgen. Das Ministerium hat angekündigt, dass künftig höhere Vertragsstrafen in die Vereinbarung aufgenommen werden sollen. Für Hans-Peter Storz zeigen diese Probleme deutlich: „Überall im Land sinkt die Qualität des regionalen Bahnverkehrs. Bei der Ausschreibung muss daher die Leistungsfähigkeit und Servicequalität das wichtigste Vergabekriterium werden.“

 

 
 

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